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13.09.2026, Terminal 1, Frankfurter Flughafen
13. September 2026:
3. Internationaler Tag für ein Nachtflugverbot an Flughäfen
Monika Wolf
Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter, heute begehen wir den dritten internationalen Tag für Nachtflugverbot an Flughäfen.
Wir haben vor zwei Jahren begonnen, uns hier zu versammeln um in einem größeren überregionalen und sogar internationalen Rahmen das Problem der Menschen in den Flughafenregionen zum Thema zu machen. Es macht nämlich wenig Sinn, wenn wir hier nur alleine für uns im Rhein-Main-Gebiet
gegen den schrecklichen Nachbarn Fraport kämpfen, der sich für uns hier in der Region als übermächtiger Gegner erwiesen hat.
Wenn wir uns heute umschauen, müssen wir´sagen, wir sind hier vielleicht nicht viele, aber wir stehen in einer Tradition eines mehr als 40
Jahre dauernden Kampfes für eine lebenswerte Region vom Untermain in Bayern bis zum Rheingau und bis nach Rheinhessen in Rheinland-Pfalz im Interesse aller, die hier in der Region leben.
Es wäre sicherlich schön, wenn wir mehr wären heute hier. Aber ich muss euch sagen, mir tut es gut, hier zu sein und das Gefühl zu haben, mit Euch und verbunden mit Initiativen und Organisationen weltweit gemeinsam zu
zeigen, dass wir Unrecht nicht hinnehmen, auch wenn wir unmittelbar noch keine Druckmittel haben, das Unrecht abzuschaffen, das uns und allen Menschen in Flughafenregionen, wo nicht die ganze gesetzliche Nacht geschützt ist, widerfährt.
Wir waren hier am Flughafen auch schon Tausende zu Protestaktionen versammelt. Und wir haben mehr als 300 Montagsdemos durchgeführt und damit Protestgeschichte geschrieben.
Daran erinnere ich mich gerne. Und wer weiß, wie es weitergeht.
Denn eines ist sicher: So wie es ist, kann es nicht bleiben.
Darum ist es auch gut, dass wir heute hier sind.
Ich denke, Teil unserer Überlegungen muss auch sein, dass es bei unserem Kampf eben nicht nur um Fluglärm geht. Es geht um die
Benachteiligung von einer gesellschaftlichen Minderheit, denn das sind wir als
Flughafenanwohner, eine Minderheit.
Aber es geht um eine nicht hinnehmbare Einschränkung unserer grundlegenden Rechte, egal ob Minderheit oder nicht!
Wir haben vor den Gerichten gekämpft, wir haben politisch gekämpft, wir sind noch nicht durchgedrungen, und darum gilt es weiterzumachen.
Wir stehen in der Tradition der Kämpfe um Menschenrechte, gegen Benachteiligung von Minderheiten und diese Kämpfe dauern.
Ob es gegen Benachteiligung aus rassistischen
Gründen geht oder um Benachteiligung aus Gründen der Zugehörigkeit zu einem bestimmten Geschlecht oder aus sozialen oder sonstigen Gründen.
Vieles wurde schon erreicht, und vieles bleibt noch zu tun.
Unser Kampf gegen den Flughafenausbau und für Nachtflugverbot hat zusätzliche Bedeutung gewonnen durch die Erkenntnis, dass es im Luftverkehr kein Wachstum geben darf, wenn die drohende Klimakatastrophe abgewendet werden soll.
Auch das gilt es zu beachten, und dann steht klar und unübersehbar im Mittelpunkt das Problem, dass wirtschaftlicher Profit im Zusammenleben unserer Gesellschaft nicht an erster Stelle stehen darf, dass
Menschenrechte vor Profite gehen müssen!
Und was für unsere Region und unser Land gilt, gilt letzten Endes weltweit und
international.
Darum war die Erklärung des 13.09. zum Internationalen Tag für Nachtflugverbot an Flughäfen eine gute Idee und eigentlich
naheliegend, aber man muss trotzdem darauf kommen und auch praktisch die richtigen Schritte gehen. Dazu konnten wir einen wichtigen Beitrag leisten.
Inzwischen haben mehr als 200 Organisationen und Initiativen die Erklärung
zum Internationalen Tag für Nachtflugverbot unterzeichnet und weltweit konnten wir in den Jahren seit 2024, als dem wir das zum ersten
Mal gemacht haben, schon sehr viel Solidarität und Unterstützung erleben.
Ich will ohne den Anspruch auf Vollständigkeit ein paar Regionen herausstellen, die in der Presse zum Internationalen Tag für Nachtflugverbot an Flughäfen zu finden waren.
Von hier bis Marseille, bis Bordeaux und Paris, bis Brüssel, Amsterdam und Luxemburg, bis London, Dublin, Lissabon, Madrid, bis Wien
und Budapest, und sogar bis Korea reicht die Liste der internationalen
Presseberichterstattung zu unseren Forderungen schon im vergangenen Jahr.
Stellvertretend will ich den Artikel aus Korea zitieren, dessen Entdeckung uns besonders gefreut hat:
"Flugzeuge, die den Nachthimmel durchqueren, hinterlassen neben dem Komfort, den sie bieten, vielfältige soziale Kosten. Immer wieder
erreichen uns Berichte, dass sie den Schlaf der Anwohner stören, zu Gesundheitsschäden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und kognitiven
Beeinträchtigungen bei Kindern führen und sogar zur Klimakrise und zur Zerstörung von Ökosystemen beitragen. "
Angesichts der weltweit zunehmenden Forderungen nach einer Reduzierung unnötiger Nachtflüge wurde der 13. September zum "Tag des
Nachtflugverbots" erklärt.
Zum zweiten Jahrestag des "Tags des Nachtflugverbots" fanden zeitgleich Aktionen in zehn Ländern statt, darunter Österreich, Belgien, Frankreich, Deutschland, Irland, Luxemburg, Portugal, Südkorea, Großbritannien und die USA. Ein Foto von Bürgern in Nantes, Frankreich, die sich in Pyjamas und Decken am Flughafen versammelten, um mit dem Ruf "Wir wollen schlafen" (ON VEUT DORMIR) einen "Schlafprotest" abzuhalten, ist symbolträchtig."
Soweit der Pressebericht aus Korea.
Und ich bin mir sicher, dass neben den mehr als 40 Presseberichten die unsere Mitstreiter*innen von Stay Grounded gesammelt und uns zugeschickt haben, dabei noch viele kleinere lokale Proteste vor Ort stattgefunden haben, die noch auf eine Presseberichterstattung warten oder von der wir noch nichts gehört haben.
Und ich erinnere daran, dass in unserer Liste der Unterstützenden Initativen und Organisationen, die den heutigen Tag zum Thema machen und unterstützen,
Mitstreiterinnen und Mitstreiter auch aus´Nord-, Mittel- und Südamerika und sogar aus der Südsee sich zu Wort gemeldet haben.
Die Südseeinsel Tuvalu erwähne ich in diesem Zusammenhang, weil für sie als erste die Zeichen des Klimawandels auf "Klimakatastrophe" stehen, weil buchstäblich nur noch wenige Zentimeter Anstieg des Meeresspiegels fehlen, bis das bisherige Südseeparadies für die Menschen, die dort
leben und aufgewachsen sind, unbewohnbar wird.
Unbedingt ansprechen möchte ich noch die neu bzw. neu und möglicherweise noch stärker als bisher Betroffenen Opfer der geplanten Flugroutenverschiebungen, im Norden Darmstadt und rund um Flörsheim. Wir
müssen und werden alles tun, um Ihren Kampf und unseren Kampf zusammenzuführen und den Unterstützern des Klimakillers Nr 1, des
Luftverkehrs hier und anderswo entgegenzutreten.
Jeder Mensch hat ein Recht auf Schutz seiner Gesundheit und dazu gehört der Schutz des Schlafs in der Nacht, wie er allen zusteht.
Für den Schutz aller Menschen!
Für das Nachtflugverbot an Flughäfen hier und anderwo!
Es muss weniger geflogen werden!
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